Blendschutz am Arbeitsplatz – auch im Home Office

Strahlendes Sonnenlicht fällt durchs Bürofenster und könnte richtig gute Stimmung verbreiten – fiele es nicht direkt auf den Computerbildschirm. Das Licht wird reflektiert, und der PC-Nutzer kneift die Augen zusammen, weil er so gut wie gar nichts mehr von dem erkennt, was auf dem Monitor passiert. Freundliches und helles Tageslicht im Büro bringt naturgemäß viele Vorteile mit sich. Es verbessert die Laune und das Wohlbefinden der Angestellten. Aber es kann auch stören. Wie sich ein echter Kompromiss finden lässt und was die Arbeitgeber dabei beachten müssen, darum geht es in diesem Artikel.


Gesetzliche Bestimmungen zum Blendschutz und wie es dazu kam

Ungefähr Anfang der 1980-er Jahre hielt der PC Einzug in die Büros. Seither unterliegt die Arbeitswelt einem enormen Wandel, der absehbar nicht abreißen wird. Die Gestaltung eines Bildschirm-Arbeitsplatzes hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter. Diese Erkenntnis hatte Konsequenzen: Am 20. Dezember 1996 trat die Bildschirm-Arbeitsverordnung in Kraft und war geltendes Recht bis zum 3. Dezember 2016. Seither werden die Anforderungen an Bildschirm-Arbeitsplätze durch einen Anhang der Arbeitsstättenverordnung geregelt. Dieser Anhang trägt die Bezeichnung „Abschnitt 6: Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen“.

Nicht optimal ausgestattete Arbeitsplätze können starke gesundheitliche Beschwerden verursachen. 80 Prozent der Personen, die täglich mehr als drei Stunden vor dem PC sitzen, klagen über Kopf- und/oder Rückenschmerzen. Wiederum die Hälfte davon berichtet über extreme Lichtempfindlichkeit, trockene Augen, Müdigkeit und sogar verschwommene Sicht. Diese Beschwerden schwächen nicht nur die Konzentration oder erhöhen die Fehlerquote. Sie können auf Dauer sehr gefährlich werden.

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Schlecht ausgestattete Bildschirm-Arbeitsplätze und ihre Folgen

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– In allen Altersgruppen zeigt sich eine messbare Sehschwäche, die durch die Arbeit am Bildschirm verursacht wird. 
– Mehr als 70 Prozent der Deutschen sind von Kopfschmerzen betroffen. Wer sehr viel am Computer arbeitet, klagt vor allem über Spannungskopfschmerz, Migräne und ophthalmologische Kopfschmerzen, die unter anderem durch die Augenbelastung am Bildschirm ausgelöst wird.
– Die Zahl der Arbeitnehmer, die über Rückenschmerzen klagen, ist seit 1998 von 53 auf 85 Prozent gestiegen. Genannt und diagnostiziert werden vor allem Verspannungen, eine ungesunde Körperhaltung und einseitige Belastung. Alle Beschwerden sind in erster Linie auf die Arbeit am PC zurückzuführen.

Die genannten Beschwerden belasten nicht nur die betroffenen Mitarbeiter, die unter Konzentrationsmangel, sinkende Motivation und massive Leistungseinbußen leiden. Auch der unternehmerische und volkswirtschaftliche Schaden ist durch die Ausfälle der Arbeitskräfte immens und geht finanziell in die Milliarden – Tendenz steigend.

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Das Licht als „Übeltäter“ am Bildschirm-Arbeitsplatz?

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Experten haben längst erkannt, dass vor allem ungünstige Lichtverhältnisse im Büro deutlich zu den genannten Beschwerden beitragen. Kann Tageslicht ungehindert in den Raum fallen, entstehen am Monitor Reflexionen, Spiegelungen und Blendungen. Die PC-Nutzer versuchen unbewusst, diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, und nehmen unbewusst eine Fehlhaltung ein. Daraus wiederum resultieren Augenerkrankungen, Rücken- und Kopfschmerzen.

Die Arbeitgeber sind daher gesetzlich verpflichtet, in den Büroräumen unter anderem für effektiven Blendschutz zu sorgen. Das gilt auch für Arbeitsplätze im Home Office: Für sie gelten die gleichen Bestimmungen, die in der Arbeitsstättenverordnung festgelegt sind. Reflexionen sind ebenso zu vermeiden wie eine zu hohe Wärmeentwicklung und die störenden Spiegelungen.

Damit im Büro ein effektiver Blendschutz installiert werden kann, sind unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen. Wo steht der Monitor? Nach Möglichkeit sollte er nicht vor einem Fenster platziert werden – weder mit Blick nach draußen noch in das Innere des Raums. Arbeitet der Angestellte mit Blick zum Fenster, müssen sich die Augen ununterbrochen neu fokussieren: von Nah- auf Fernsicht und zurück. Das ist enorm anstrengend, führt zu Müdigkeit und auf Dauer auch zur Beeinträchtigung der Sehleistung. Sitzt der Mitarbeiter mit dem Rücken zum Fenster, fällt das Tageslicht direkt auf den Monitor und führt zu genau den Reflexionen und Spiegelungen, die vermieden werden müssen. Dennoch soll möglichst viel Tageslicht in den Raum gelangen können, da ausschließlich künstliches Licht das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigt. Wie lässt sich eine Lösung finden, die sämtlichen Anforderungen entspricht?

Lösungsmöglichkeiten für einen effektiven Blendschutz

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Der optimale Blendschutz hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und muss für jeden Arbeitsplatz individuell betrachtet werden. Einige Systeme konnten sich im Laufe der Zeit etablieren, da ihre Vorteile mehrfach überzeugen und daher in vielen Büro eingesetzt werden.

Plissees verbinden Blendschutz und geschmackvolle Fensterdeko perfekt. Die Montage und Handhabung sind denkbar einfach. Plissees sind in den unterschiedlichsten Ausführungen, Farben und Formen erhältlich. Sie lassen sich daher mühelos in den jeweiligen Einrichtungsstil integrieren und ergänzen jeden beliebigen Raum um den optimalen Blendschutz. In der Regel besteht ein Plissee aus Kunstofffasern, die je nach Anspruch mit einer besonderen Beschichtung versehen wird. Dank dieser Schicht wird das Sonnenlicht reflektiert, und es entsteht ein effektiver Wärme- und Lichtschutz. Außerdem eignet sich diese Schicht als Schalldämmung. Büroräume sollen so ruhig sein, dass ein ungestörtes Arbeiten möglich ist. Mit einem beschichteten Plissee kommt der Arbeitgeber auch dieser Anforderung mühelos nach. Plissees sind je nach Ausführung transparent, blickdicht oder verdunkelnd.

Storen sind flexibel regulierbar und eignen sich ebenfalls gut als Sicht- und Sonnenschutz. Da sie über verstellbare Lamellen verfügen, lässt sich mit ihnen der Lichteinfall mühelos regulieren. In der Regel lassen sich Storen einfach montieren und problemlos handhaben. Sie sind grundsätzlich für jede Fensterform geeignet, optimieren den Blendschutz im Büro und verhindern zusätzlich eine starke Wärmeentwicklung.

Vertikaljalousien sind eine Option für große Glasflächen. Die Lamellen lassen sich um ihre Längsachse drehen und können entsprechend der Sonneneinstrahlung ausgerichtet werden. Vertikaljalousien gibt es ebenfalls in den unterschiedlichsten Ausführungen und Farben.

Im Vergleich: Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in der Schweiz

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Auch in der Schweiz sind die Anforderungen, die den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter betreffen, klar geregelt. Hier greift das Arbeitsgesetz in Artikel 6 und konkretisiert die Regelungen in der Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz. In Artikel 2 dieser Verordnung heißt es, dass Arbeitgeber sämtliche notwendigen Maßnahmen treffen müssen, um den Schutz der Gesundheit zu wahren und zu verbessern sowie die körperliche und psychische Gesundheit der Arbeitnehmer sicherzustellen. Zu berücksichtigen sind dabei die Arbeitsumgebung, die Möblierung und die Hilfsmittel wie Maus, Tastatur, Bildschirm etc.

Die gesetzlichen Pflichten der Schweizer Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gelten analog für das Home Office. Geregelt sind diese Pflichten in den Verordnungen 1 und 3 zum Arbeitsgesetz. Als zuständige Institutionen werden die kantonalen Arbeitsinspektorate sowie das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO genannt.

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